Die Wienerin Linda Thalmann liebt Papier! Egal ob industriell oder von Hand hergestellt, in Bögen, Büchern, Streifen, zum darauf Schreiben oder als einfaches Material. In ihrer kreativen Arbeit nutzt sie das Material, um daraus filigrane Bänder herzustellen. Papiergarne und Papierfäden waren lange Zeit vergessen und werden nun langsam wiederentdeckt als ein umweltfreundliches und nützliches Material aus dem nachwachsenden Rohstoff Holz. So hat sie sich 2009 mit ihrer Idee selbständig gemacht und verdient mit den Papiergarne online sowie in Läden auf der ganzen Welt ihren Lebensunterhalt. Im Interview wollen wir sie vorstellen und uns von ihrer Leidenschaft anstecken lassen.
Erzähle uns doch etwas darüber, woher deine Affinität zum Papier kommt? Hat es mit deinem Studium zu tun? Was genau hast du gelernt ?
Papier hat mich immer schon interessiert und fasziniert – meine Mutter erzählt gerne, wie ich mit einigen Blättern Papier, einer Schere und Klebstoff als Kind über Stunden hinweg beschäftigt gewesen bin…. Die Kombination von Haptik und Oberfläche, die Steifheit, die dreidimensionales Arbeiten ermöglicht, zusätzlich die Verbindung von High-Tec und altem Handwerk, die ungezählte Möglichkeiten birgt – ich könnte noch eine ganze Weile über Papier schwärmen!
Gelernt habe ich Vieles – offiziell habe ich “Textil/Kunst&Design” an der Kunstuniversität Linz studiert, ursprünglich auch weil dieser Studiengang über eine Papierwerkstätte verfügt. Dann habe ich mich im
Laufe der Zeit von verschiedenen textilen Techniken, die oftmals schon fast vergessen sind, inspirieren und begeistern lassen – bis mit der Entdeckung von Papiergarn alles wieder zusammengeführt worden ist. Zusätzlich habe ich mir in Workshops und bei Atelier- und Werkstattpraktika Kenntnisse im Buchbinden, der Papiermacherei und dem Weben und Flechten angeeignet.
Wo hast du die Technik des Garnmachens aus Papier entdeckt? Und was genau fasziniert dich daran?
In einem Workshop bin ich in die japanische Technik der Herstellung von beinahe endlosen, feinsten Papierschnüren eingeweiht worden (die Länge der Schnur bzw. des Fadens wird nur durch die Größe des verwendeten Bogens handgeschöpften Japanpapiers begrenzt). Neugierig geworden, habe ich zu probieren, suchen und sammeln begonnen – und eine neue Welt hat sich eröffnet! Papiergarn ist – trotz seiner Feinheit – sehr stabil und dadurch lassen sich wunderbar Objekte und Schmuckstücke daraus fertigen. Es ist leicht, warm im Griff und hat eine angenehme, glatte Oberfläche – und kaum jemand, der zum ersten Mal damit in Berührung kommt, kann glauben, dass es aus Papier gemacht ist! Dieser Überraschungseffekt und die Eigenwilligkeit des Materials sind vielleicht die beiden Eigenschaften, die ich am faszinierendsten finde. Zusätzlich wird Papiergarn aus einem nachwachsenden Rohstoff – Holz – gefertigt und kann, wenn man will, problemlos im Altpapier oder auch auf dem Komposthaufen entsorgt werden…
Was sind deine Ziele? Wie soll es mit PaperPhine weitergehen?
Das Wissen um das Material Papiergarn soll sich verbreiten – und viele Kreative, HandwerkerInnen und DesignerInnen zu neuen Arbeiten und Produkten inspirieren. Ich selbst Frage mich ständig, welche Einsatzmöglichkeiten für dieses auch sehr umweltverträgliche Material bestehen. Von den Produkten selbst plane ich, dass es auch bald eine PaperPhine-Inneneinrichtungslinie geben wird mit kleinen, praktischen und schönen Dingen für den Schreibtisch und den Alltag – natürlich handgefertigt aus Papiergarn.



shop.paperphine.com
www.paperphine.com














