Wir begeben uns heute mal auf ein neues Terrain: Filzen!

Nachdem mir Wiebke neulich eine tolle selbstgefilzte Tasche präsentiert hat – und darüber ins Schwärmen kam, bekam ich passenderweise Post von Julia. Sie präsentiert auf ihrem Blog nadelundgabel.wordpress.com viele tolle DIY Anleitungen und hat uns für euch diese hübsche Anleitung zur Verfügung gestellt: kleine Filztäschchen für euer Kleingeld!

Aber erst mal ein paar kleine Grundlagen zum Thema Filzen:

Verschiedene Arten des Filzens:

Strickfilzen ist das, was der ein oder andere vielleicht schon unwillentlich ausprobiert hat – wenn er den schönen teuren Wollpulli aus Versehen in die Waschmaschine gesteckt hat. Das Wollstrickteil schrumpft und wird fester, da die Fasern miteinander verfilzen.

Beim Filzen mit Hilfe einer Nadel bearbeitet man mit einer speziellen Filznadel (mit Widerhaken) die trockene Rohwolle so lange bis die Fasern ganz dicht miteinander verwoben sind und die gewünschte Form entstanden ist. Mit dieser Methode kann man besonders feine Muster und Formen herstellen.

Beim Nassfilzen arbeitet man mithilfe von Seife, Wasser und einer rauhen Oberfläche. Leicht erhältlich und gut geeignet hierfür ist etwa Noppenfolie.

Die kleinen Täschchen hier werden nassgefilzt.

 Für diese kleinen Täschchen aus Filz in der angesagten grau-pink/lila-Farbkombi benötigt man:

Um später einen Hohlkörper zu erhalten, muss zunächst eine Schablone hergestellt werden, am besten aus doppelt gelegter Noppenfolie. Für das Täschchen mit dem lilafarbenen Muster habe ich eine ovale Schablone mit den Maßen 8×10 cm ausgeschnitten (muss nicht super akkurat sein). Für das kleinere Täschchen war die Schablone kreisförmig mit einem Durchmesser von 7 cm (1). Nun wird die Schablone auf eine rauhe Oberfläche (z. B. Noppenfolie) gelegt, darauf zwei dünne Lagen Filzwolle. Diese werden gekreuzt auf die Schablone gelegt und sollten die Ränder überlappen (2). Man kann nun mit selbsthergestellter Seifenlauge arbeiten. Ich habe eine Schnellfilzflüssigkeit ausprobiert und war damit sehr zufrieden. Man mischt die Flüssigkeit im angegebenen Verhältnis mit Wasser und gibt so viel auf die Filzwolle, bis diese durchtränkt ist. Nun mit der Handfläche und mit sanftem Druck etwa 30 Sek. einarbeiten (3). Nun dreht man die Schablone vorsichtig um, legt die überstehende Wolle straff um die Kanten und wiederholt Schritt 3 auf dieser Seite. Das Ganze wird schließlich auf Vorder- und Rückseite noch je einmal wiederholt für mehr Stabilität des Täschchens (4).

Dann beginnt das Walken. Mit der Schnellfilz-Flüssigkeit dauert dies nicht sehr lange: das Täschchen zwischen Noppenfolie aufrollen und ca. eine Minute lang hin- und herrollen, das Ganze ich beide Richtungen (5). Für das farbige Muster von einer andersfarbigen Filzwolle ein dünnes Stück abreißen, dies ganz fein auseinanderziehen, auf das Täschchen legen und mit etwas Flüssigkeit vorsichtig einarbeiten. Auf der Rückseite wiederholen und nochmal kurz walken (6).

Nun ist das Täschchen fast fertig (7), aber die Öffnung fehlt noch. Dafür mit einer Stoffschere etwa auf 2/3 der Höhe längs einschneiden, aber nicht bis ganz an die Kante. Die Schablone kann nun entfernt werden (8). Mithilfe von Noppenfolie und etwas Filzflüssigkeiten können die Kanten der Öffnung abgerundet werden. Schließlich muss das Täschchen noch etwa in Form gezogen werden. Dies geht problemlos im nassen Zustand. Einfach auf der Vorderseite die Kanten der Öffnung übereinanderziehen, so dass sie sich um ca. 1-2 cm überlappen (9).

Jetzt heißt es warten. Bis das Täschchen vollständig getrocknet ist, dauert es ca. 1-2 Tage. Dann kann ein kleiner Druckknopf angebracht werden (10) und fertig ist ein kleines Täschchen für übriges Münzgeld, Einkaufschips, Kopfschmerztabletten, Kopfhörer, etc.

Viele weitere Ideen findest du auf Julias Blog: http://nadelundgabel.wordpress.com Vielen Dank für die tolle Anleitung! Wenn ihr auch eine Anleitung auf unserer Seite präsentieren möchtet, schickt uns einfach eine Mail an: hallo@eigenwerk-magazin.de. Wir freuen uns über den Input!

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